Berührende Dichtung
Contact seal
Eine berührende Dichtung (Schleifdichtung) liegt mit einer elastischen Dichtlippe – meist aus NBR, bei höheren Temperaturen aus FKM – unter definierter Anpressung an einer Gegenlauffläche an, in der Regel an der Schulter oder Dichtungsrille des Innenrings. Bei abgedichteten Wälzlagern kennzeichnen Nachsetzzeichen wie RS bzw. 2RS (beidseitig) diese Bauform; die Dichtscheibe ist üblicherweise stahlarmiert und im Außenring verankert.
Der Vorteil liegt in der Dichtwirkung: Berührende Dichtungen schützen zuverlässig gegen Staub, Schmutz und Spritzwasser und halten das Fett im Lager – die Voraussetzung für lebensdauergeschmierte, wartungsfreie Lager. Dem steht die Reibung an der Dichtlippe gegenüber, die Reibmoment und Betriebstemperatur erhöht und die zulässige Drehzahl gegenüber Deckscheiben oder offenen Lagern reduziert.
Viele Hersteller bieten deshalb reibungsarme, leicht berührende Dichtungsvarianten an, die einen Kompromiss zwischen Dichtwirkung und Drehzahleignung darstellen. Die Auswahl richtet sich nach Verschmutzungsgrad, Feuchtigkeit, Drehzahl und Betriebstemperatur der Anwendung.
