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Lexikon

Nachschmierintervall

Relubrication interval

Das Nachschmierintervall bezeichnet den Zeitraum, nach dem einem fettgeschmierten Wälzlager frisches Fett zugeführt werden muss, weil die Gebrauchsdauer der ursprünglichen Fettfüllung kürzer ist als die geplante Lagerlebensdauer. Es hängt maßgeblich von Lagerbauart und -größe, Drehzahl, Betriebstemperatur, Belastung, Einbaulage und Umgebungseinflüssen wie Staub oder Feuchtigkeit ab.

Die Lagerhersteller stellen hierfür Diagramme und Rechenverfahren bereit, die von Katalogbedingungen ausgehen und über Korrekturfaktoren an die realen Betriebsbedingungen angepasst werden. Als Grundregel gilt: Steigende Betriebstemperatur verkürzt die Fettgebrauchsdauer deutlich; auch vertikale Wellen, Vibrationen und Verschmutzung wirken verkürzend. Bei sehr kurzen Intervallen ist ein automatischer Schmierstoffgeber oder eine Zentralschmieranlage wirtschaftlicher als manuelles Nachschmieren.

Praxisrelevant sind neben dem Zeitpunkt auch Menge und Methode: möglichst bei laufender oder betriebswarmer Maschine nachschmieren, Altfett muss über eine Austrittsöffnung entweichen können, und es darf nur ein verträgliches Fett verwendet werden – die Mischbarkeit von Verdickern und Grundölen ist vor jedem Fettwechsel zu prüfen.