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Lexikon

Vorspannung

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Vorspannung bezeichnet ein gezielt eingestelltes negatives Betriebsspiel: Die Wälzkörper stehen bereits ohne äußere Last unter einer definierten inneren Kraft zwischen den Laufbahnen. Erzeugt wird sie durch axiales Anstellen zweier Lager gegeneinander in O- oder X-Anordnung, durch Federn oder durch abgestimmte Passungen und Distanzringe; bei Spindellagern sind werksseitig abgestimmte Lagersätze für den satzweisen Einbau üblich.

Vorspannung erhöht die Steifigkeit der Lagerung, verbessert die Führungsgenauigkeit der Welle, verhindert das Gleiten unbelasteter Wälzkörper und reduziert Geräusch und Schwingungen. Dem stehen höhere Reibung, stärkere Wärmeentwicklung und — bei zu hoher Vorspannung — eine drastisch verkürzte Lebensdauer gegenüber. Die richtige Höhe ist stets ein Kompromiss aus Steifigkeit und Reibungsverhalten.

Typische Anwendungen sind Werkzeugmaschinenspindeln, Ritzellagerungen, Servoantriebe und alle Lagerungen mit hohen Anforderungen an die Positioniergenauigkeit. Bei Montage und Ersatz ist die vom Konstrukteur vorgesehene Vorspannmethode exakt einzuhalten; unkontrolliertes Nachziehen angestellter Lagerungen ist eine häufige Ausfallursache.