
Kurz gesagt
Ob k6 oder m6 richtig ist, entscheidet die Lastart. Dreht der Innenring unter umlaufender Radiallast, braucht er einen Festsitz, damit er nicht auf der Welle wandert. Bei normaler Last genügt meist k6; bei schwerer Last oder Stoß rückt man auf m6 (oder n6) nach. Beide sind ISO-286-Toleranzfelder und herstellerübergreifend gültig.
Wann die Welle einen Festsitz braucht
Ausschlaggebend ist nicht der Wellendurchmesser, sondern wie die Radialkraft auf den Ring wirkt. Dreht der Innenring bei richtungsfester Last, läuft diese Last umlaufend über den gesamten Ringumfang. Sitzt der Ring zu locker, beginnt er auf der Welle zu kriechen; das Ergebnis ist Passungskorrosion und vorzeitiger Schaden an Welle und Bohrung.
Steht der Innenring still und dreht nur der Außenring — etwa bei einer Laufrolle — greift die Last immer an derselben Stelle an. Diese Punktlast erzeugt keinen Wanderimpuls. Ein loser oder leichter Sitz (g6 oder h6) reicht dann aus und erleichtert obendrein die Montage.
Lastart → Wellenpassung (Innenring)
- Dreht der Innenring unter richtungsfester Last (Umlauflast)?Ja → Festsitz nötig. Weiter zur Lasthöhe.
- Normale Last (bis ca. 0,1·Cr)?k6 ist die Standardpassung.
- Schwere Last oder Stoßbelastung?Enger werden: m6, bei sehr schwerer Last n6.
- Innenring steht still (Punktlast)?Loser Sitz genügt: g6 oder h6.
Lasthöhe staffelt das Toleranzfeld
Steht fest, dass ein Festsitz nötig ist, bestimmt die Lasthöhe das Übermaß. Mit steigender Last verschiebt sich das Wellentoleranzfeld nach oben — von leichtem Übermaß zu großem Pressmaß:
Wellentoleranzfelder nach Übermaß (Innenringsitz)
Grenzwerte nach Durchmesserstufe stehen in den Passungstabellen der Herstellerkataloge.
Engere Passung kostet Lagerluft
Hier liegt ein häufiger Fehler in der Auslegung: Engeres Toleranzfeld bedeutet nicht automatisch „sicherer". Beim Aufpressen weitet sich die Laufbahn; das radiale Restspiel sinkt proportional zum Übermaß. Wer von k6 auf m6 oder n6 geht, muss prüfen, ob normale Lagerluft (CN) noch ausreicht. Bleibt zu wenig Betriebsspiel übrig, ist ein Lager der Klasse C3 zu wählen. Den Zusammenhang vertieft der Beitrag zu Lagerluft und ISO-Klassen.
FAQ
Ist k6 oder m6 der engere Sitz?
m6 ist das engere Feld. Beide liegen im Festsitzbereich für den rotierenden Innenring, aber m6 erzeugt im selben Durchmesserbereich ein größeres Übermaß als k6. Man wählt m6, wenn die Last schwer ist oder Stöße auftreten; k6 bleibt der Standardfestsitz für normale Last.
Gelten k6 und m6 für alle Hersteller gleich?
Ja. k6 und m6 sind Toleranzfelder nach ISO 286 und legen feste Maßabweichungen für den Wellendurchmesser fest. Sie werden herstellerübergreifend gleich ausgelegt. Anders als markenspezifische Lagerluft- oder Vorspannungscodes bezeichnen k6 und m6 eine genormte Wellentoleranz, keine Lagereigenschaft.
Muss ich bei m6 die Lagerluft anpassen?
Häufig ja. Größeres Übermaß verbraucht mehr radiales Spiel. Reicht das verbleibende Betriebsspiel mit normaler Lagerluft (CN) nicht aus, wählt man ein Lager der Klasse C3. Die genaue Rechnung hängt von Durchmesser, Last und Betriebstemperatur ab; der Beitrag zur Lagerluft und die Passungstabellen der Herstellerkataloge führen durch die Auslegung.
Wann genügt ein loser Sitz auf der Welle?
Wenn der Innenring stillsteht und nur der Außenring dreht, trifft die Last den Innenring immer an derselben Stelle. Dieser Punktlast-Fall erzeugt keinen Wanderimpuls, sodass ein loser Sitz wie g6 oder h6 ausreicht und die Montage erleichtert.
Kurz gefasst
- Lastart zuerst: Umlauflast am drehenden Innenring → Festsitz; Punktlast am stehenden Innenring → loser Sitz (g6/h6).
- Lasthöhe staffelt das Feld: normale Last k6, schwere Last oder Stoß m6, sehr schwere Last n6.
- k6 und m6 sind ISO-286-Felder und gelten herstellerübergreifend — kein Markencode.
- Engere Passung kostet Lagerluft: bei m6/n6 prüfen, ob CN reicht oder C3 nötig ist.
- Maßwerte je Durchmesserstufe stehen in den Passungstabellen der Herstellerkataloge.
