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Euro Bearing
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Lexikon

Presssitz

Interference fit

Beim Presssitz (Übermaßpassung) ist der Sitzdurchmesser des Lagerrings vor der Montage kleiner beziehungsweise größer als die Gegenfläche, sodass nach dem Fügen eine flächige Pressung zwischen Ring und Sitz entsteht. Der Ring wird dadurch kraftschlüssig fixiert und kann unter Last nicht auf seinem Sitz wandern. Ein Presssitz ist grundsätzlich für den Ring erforderlich, der Umfangslast trägt – bei rotierender Welle und stillstehender Lastrichtung also typischerweise der Innenring.

Durch das Aufpressen weitet sich der Innenring beziehungsweise wird der Außenring eingeschnürt; die radiale Lagerluft verringert sich entsprechend. Dies muss bei der Wahl der Lagerluftklasse berücksichtigt werden, damit im Betrieb noch ein zulässiges Betriebsspiel verbleibt.

In der Praxis werden Presssitze mechanisch mit Montagewerkzeug, thermisch durch Anwärmen des Innenrings (etwa mit Anwärmgerät) oder hydraulisch gefügt. Schläge auf den falschen Ring sind unbedingt zu vermeiden, da die Montagekraft nie über die Wälzkörper geleitet werden darf. Für die Demontage haben sich Abzieher und Hydraulikverfahren bewährt.