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Keilriemen-Profilwahl: Schmalkeil oder klassisch?

Kurz gesagt

Bei vorhandenen Scheiben folgt das Profil der Rille: Der Riemenquerschnitt muss zum Rillenprofil passen, sonst stimmt die Flankenanlage nicht. Bei einer Neuauslegung wird zuerst das Schmalkeilprofil nach DIN 7753-1 (SPZ, SPA, SPB, SPC) geprüft — es ist bei ähnlicher Breite höher als das klassische Profil nach DIN 2215 und überträgt bei gleicher Baubreite mehr Leistung je Riemen. Klassische Profile bleiben dort richtig, wo die Scheiben es vorgeben oder die Leistung klein ist.

Woran sich die beiden Profilsysteme unterscheiden

Klassische Keilriemen nach DIN 2215 und Schmalkeilriemen nach DIN 7753-1 haben denselben Flankenwinkel von 40°, aber ein anderes Verhältnis von Breite zu Höhe. Der Schmalkeilriemen ist bei annähernd gleicher Breite deutlich höher — die Zugstränge liegen damit weiter von der Biegezone entfernt, und die Kraft wird über eine größere Flankenfläche in die Rille eingeleitet.

Klassisch (DIN 2215) Querschnitt b × h Schmalkeil (DIN 7753-1) Querschnitt b × h
Z / 10 10 × 6 mm SPZ 9,7 × 8 mm
A / 13 13 × 8 mm SPA 12,7 × 10 mm
B / 17 17 × 11 mm SPB 16,3 × 13 mm
C / 22 22 × 14 mm SPC 22 × 18 mm

Der Vergleich SPC gegen C zeigt das Prinzip am deutlichsten: gleiche Breite von 22 mm, aber 18 statt 14 mm Höhe. Optibelt gibt für diesen Schritt rund 30 % mehr übertragbare Leistung bei gleicher Baubreite an — die genaue Leistung je Riemen ergibt sich aus den Leistungstabellen des jeweiligen Riementyps, abhängig von Drehzahl und Richtdurchmesser.

Die klassische Reihe reicht über die vier Hauptprofile hinaus: Zusätzlich stehen die Profile 5, 6 (Y), 8, 20 und 25 zur Verfügung; nach oben reicht sie bis 32 (D) mit 32 × 20 mm und 40 (E) mit 40 × 25 mm. Die Schmalkeilreihe endet bei SPC — größere Leistungen werden dort über mehrere Riemen oder über Kraftbänder abgedeckt.

Der kleinste zulässige Richtdurchmesser ist die harte Grenze

Jedes Profil hat einen kleinsten zulässigen Richtdurchmesser der Scheibe. Wird er unterschritten, ist die Biegebeanspruchung im Riemen zu hoch — das ist keine Empfehlung, sondern eine Auslegungsgrenze, die vor der Profilwahl steht.

Schmalkeilprofile nach DIN 7753-1 — kleinster Richtdurchmesser dd

SPZ — 9,7 × 8 mmdd ab 63 mm · 0,074 kg/m
SPA — 12,7 × 10 mmdd ab 90 mm · 0,123 kg/m
SPB — 16,3 × 13 mmdd ab 140 mm · 0,195 kg/m
SPC — 22 × 18 mmdd ab 224 mm · 0,377 kg/m
kleiner Querschnittgroßer Querschnitt
Werte für die ummantelte Ausführung. Flankenoffene Varianten laufen auf kleineren Scheiben.

In der klassischen Reihe liegen die Grenzen bei 50 mm für Profil 10 (Z), 71 mm für 13 (A), 112 mm für 17 (B), 180 mm für 22 (C), 355 mm für 32 (D) und 500 mm für 40 (E). Der Vergleich lohnt sich: Ein SPZ läuft ab 63 mm, ein SPA ab 90 mm — beide brauchen also mehr Scheibendurchmesser als das entsprechende klassische Profil 10 beziehungsweise 13. Wer an einem beengten Antrieb steht, prüft deshalb zuerst den vorhandenen Scheibendurchmesser und erst danach das Profil.

Reicht der Bauraum nicht, ist die flankenoffene Ausführung der nächste Schritt: XPZ läuft ab 56 mm, XPA ab 71 mm, XPB ab 112 mm und XPC ab 180 mm — jeweils bei unverändertem Querschnitt gegenüber SPZ bis SPC. Welche Bauart wann sinnvoll ist, behandelt der Beitrag flankenoffen oder ummantelt.

Entscheidungslogik

Profil bestimmen

  1. Sind die Scheiben vorhanden und bleiben sie im Antrieb?Das Profil folgt der Rille. Rillenprofil und Riemenquerschnitt gehören zusammen — ein Schmalkeilriemen gehört in eine Schmalkeilrille, ein klassischer Riemen in die klassische Rille.
  2. Neuauslegung oder werden die Scheiben ohnehin getauscht?Zuerst Schmalkeil prüfen: mehr Leistung je Riemen bei gleicher Baubreite, dadurch weniger Riemen und schmalere Scheiben.
  3. Erlaubt der vorhandene Scheibendurchmesser das gewählte Profil?Kleinsten zulässigen Richtdurchmesser gegenprüfen — SPZ 63 mm, SPA 90 mm, SPB 140 mm, SPC 224 mm. Wird er unterschritten, eine Profilstufe kleiner wählen oder die flankenoffene Ausführung einsetzen.
  4. Kleine Leistung, Altanlage oder Ersatzteil nach Zeichnung?Klassisches Profil beibehalten. Die Reihe 5 bis 40 (E) bleibt für kleine Antriebe und für Bestandsanlagen die richtige Wahl.

Für die Auslegung selbst — Achsabstand, Übersetzung, Riemenanzahl — ist der Beitrag zum Keilriemenantrieb der Einstieg.

Was bei der Bestellung auseinandergehalten werden muss

Die beiden Profilsysteme benennen die Länge unterschiedlich. Bei klassischen Profilen nach DIN 2215 codiert die Zahl in der Bezeichnung die Innenlänge Li in Zoll, bei Schmalkeilprofilen nach DIN 7753-1 die Richtlänge Ld in Millimetern. Wird die eine Zahl für die andere gehalten, liegt die Abweichung im Zentimeterbereich. Die Umrechnung und das Abgreifen am Altriemen sind unter Keilriemen messen beschrieben; für die reine Zoll-Millimeter-Umrechnung genügt der Einheitenrechner.

Riemen gleichen Profils und gleicher Richtlänge sind herstellerübergreifend einbaukompatibel, weil Profil und Länge genormt sind. Unterschiede liegen dann in Zugstrang, Mischung und Bauart, nicht in der Einbaugeometrie. Das Sortiment an ummantelten Keilriemen finden Sie in der Kategorie ummantelte Keilriemen.

FAQ

Kann ich einen klassischen A-Riemen durch einen SPA ersetzen?

Nur zusammen mit den passenden Scheiben. Der SPA misst 12,7 × 10 mm, der klassische A 13 × 8 mm — der Schmalkeilriemen ist schmaler und 2 mm höher und sitzt in einer klassischen A-Rille nicht in der ausgelegten Flankenanlage. Bleiben die Scheiben im Antrieb, bleibt auch das klassische Profil. Wird der gesamte Antrieb neu ausgelegt, ist der Wechsel auf SPA sinnvoll, sofern die Scheiben mindestens 90 mm Richtdurchmesser haben.

Warum überträgt ein Schmalkeilriemen mehr Leistung als ein klassischer Riemen gleicher Breite?

Weil der Querschnitt höher ist und die Kraft über eine größere Flankenfläche in die Rille eingeleitet wird. SPC und das klassische Profil 22 (C) sind beide 22 mm breit, der SPC ist mit 18 mm jedoch 4 mm höher. Optibelt gibt für den Schritt von klassisch auf Schmalkeil rund 30 % mehr übertragbare Leistung bei gleicher Baubreite an; die belastbare Zahl für den konkreten Antrieb liefert die Leistungstabelle des jeweiligen Riementyps.

Welches Profil passt zu einer Scheibe mit 80 mm Richtdurchmesser?

In der Schmalkeilreihe kommt ummantelt nur SPZ in Frage, dessen kleinster Richtdurchmesser bei 63 mm liegt; SPA verlangt bereits 90 mm. Wird SPA aus Leistungsgründen benötigt, führt der Weg über die flankenoffene Ausführung XPA, die ab 71 mm zulässig ist. In der klassischen Reihe wären bei 80 mm die Profile 10 (ab 50 mm) und 13 (ab 71 mm) zulässig.

Woran erkenne ich am ausgebauten Riemen, welches System vorliegt?

Am Verhältnis von Breite zu Höhe und an der Bezeichnung. Ist der Riemen etwa 13 mm breit und 8 mm hoch, ist es ein klassisches Profil 13 (A); ist er 12,7 mm breit und 10 mm hoch, ein SPA. Die aufgedruckte Bezeichnung bestätigt das: eine Zahl ohne Buchstabenkürzel oder mit Z/A/B/C/D/E steht für DIN 2215, ein Kürzel mit SP oder XP für DIN 7753-1.

Kurz gefasst

  • Vorhandene Scheiben entscheiden: Das Profil folgt der Rille — Riemenquerschnitt und Rillenprofil gehören zusammen.
  • Bei Neuauslegung zuerst Schmalkeil (SPZ, SPA, SPB, SPC) prüfen: bei ähnlicher Breite höher als die klassische Reihe, dadurch mehr Leistung je Riemen bei gleicher Baubreite.
  • Der kleinste zulässige Richtdurchmesser ist die harte Grenze: SPZ 63 mm, SPA 90 mm, SPB 140 mm, SPC 224 mm; klassisch 50 mm (10/Z) bis 500 mm (40/E).
  • Reicht der Scheibendurchmesser nicht, ist die flankenoffene Ausführung der nächste Schritt: XPZ ab 56 mm, XPA ab 71 mm, XPB ab 112 mm, XPC ab 180 mm.
  • Klassische Profile bleiben richtig bei kleinen Leistungen, in Bestandsanlagen und überall dort, wo die Scheibengeometrie sie vorgibt.
  • Längenangabe nicht verwechseln: DIN 2215 nennt die Innenlänge in Zoll, DIN 7753-1 die Richtlänge in Millimetern, ARPM die Außenlänge in Zoll-Zehnteln (3V1400 = 140,0 Zoll-Zehntel = 3.556 mm).