Elastohydrodynamische Schmierung (EHD)
Elastohydrodynamic lubrication
Die elastohydrodynamische Schmierung (EHD bzw. EHL) beschreibt den Schmierungszustand im Wälzkontakt: Zwischen Wälzkörper und Laufbahn bildet sich unter hoher Pressung ein extrem dünner, tragender Schmierfilm. Weil der Druck im Kontakt sehr hoch ist, verformen sich die Stahloberflächen elastisch, und die Viskosität des Schmierstoffs steigt im Kontakt kurzzeitig stark an – erst dieses Zusammenspiel ermöglicht einen Film, der die Oberflächen vollständig trennt.
Die Filmdicke hängt vor allem von der Betriebsviskosität des Grundöls, der Geschwindigkeit im Kontakt und der Temperatur ab; die Last hat vergleichsweise geringen Einfluss. Ob der Film ausreicht, wird über das Viskositätsverhältnis von vorhandener zu erforderlicher Bezugsviskosität bewertet, das direkt in die erweiterte Lebensdauerberechnung eingeht.
Praktisch bedeutet das: Zu niedrige Viskosität, zu geringe Drehzahl oder zu hohe Temperatur führen zu Mischreibung, Oberflächenzerrüttung und vorzeitiger Ermüdung. Die Wahl der passenden Grundölviskosität für Betriebstemperatur und Drehzahl ist deshalb eine zentrale Auslegungsentscheidung bei jeder Lagerung.
