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Lexikon

Feststoffschmierung

Solid lubrication

Feststoffschmierung ersetzt Öl oder Fett durch trockene Schmierstoffe wie Graphit, Molybdändisulfid (MoS2) oder PTFE. Diese werden als Gleitlack auf die Laufbahnen aufgebracht, als Pulver oder Paste eingebracht oder in Käfigwerkstoffe eingebunden, aus denen sich im Betrieb ein übertragender Schmierfilm auf Wälzkörpern und Laufbahnen bildet.

Eingesetzt wird sie dort, wo konventionelle Schmierstoffe versagen oder unzulässig sind: bei sehr hohen Temperaturen jenseits der Gebrauchstemperatur von Fetten, im Vakuum (z. B. Raumfahrt, Beschichtungsanlagen), unter Strahlung oder wenn Ausgasen und Verunreinigung durch Öl ausgeschlossen sein müssen – etwa in Ofenanlagen und Reinraumanwendungen.

Die Grenzen sind klar: Feststoffschmierstoffe führen keine Wärme ab, der Schmierfilm verbraucht sich und ist nicht selbstheilend, weshalb erreichbare Drehzahlen und Gebrauchsdauer deutlich unter denen öl- oder fettgeschmierter Lager liegen. Typische Praxislösung sind komplett ausgerüstete Hochtemperaturlager mit angepasster Lagerluft und Feststoffschmierstoff-Füllung, die als Einheit ausgetauscht werden, sobald der Schmierstoffvorrat erschöpft ist.