Wälzkörper
Rolling elements
Wälzkörper übertragen die Last zwischen Innen- und Außenring, indem sie auf den Laufbahnen abrollen. Gängige Formen sind Kugeln, Zylinderrollen, Nadelrollen, Kegelrollen und Tonnenrollen. Kugeln haben Punktberührung mit der Laufbahn und ermöglichen hohe Drehzahlen bei moderater Tragfähigkeit; Rollen haben Linienberührung und tragen bei gleicher Baugröße deutlich höhere Lasten, reagieren aber empfindlicher auf Schiefstellung.
Wälzkörper werden aus durchgehärtetem Wälzlagerstahl (typisch 100Cr6) gefertigt und auf engste Form- und Maßtoleranzen sortiert, denn schon geringe Durchmesserunterschiede innerhalb eines Satzes stören die Lastverteilung. In Hybridlagern kommen Keramikkugeln aus Siliziumnitrid zum Einsatz — leichter, härter und elektrisch isolierend.
Für die Praxis relevant: Die Kontaktgeometrie der Wälzkörper bestimmt Tragfähigkeit, Reibung und Drehzahleignung der Bauart. Vibrationen im Stillstand können über die Wälzkörper Laufbahnschäden wie False Brinelling verursachen, Stromdurchgang führt zu Riffelbildung — beide Schadensbilder zeigen sich als regelmäßiges Muster im Wälzkörperabstand.
