Keilrippenriemen: PJ, PK und PH richtig zuordnen
Kurz gesagt
Der Profilbuchstabe eines Keilrippenriemens bezeichnet die Rippenteilung: PH 1,60 mm, PJ 2,34 mm, PK 3,56 mm, PL 4,70 mm, PM 9,40 mm. Damit ist die Zuordnung eine Messaufgabe — Rippenabstand am Altriemen oder an der Scheibe bestimmen, Rippen zählen, wirksame Länge Lw ablesen. PJ ist das gängige Profil für Nebenaggregate, PK das Standardprofil kompakter Industrieantriebe, PH das feine Geräteprofil, PL und PM die schweren Profile.
Flacher Riemen mit Längsrippen
Der Keilrippenriemen (Poly-V) ist ein flacher Riemen, dessen Antriebsseite in Längsrichtung mit keilförmigen Rippen versehen ist. Die Umfangskraft wird wie beim Keilriemen über Reibschluss an den Rippenflanken übertragen, nicht formschlüssig wie beim Zahnriemen. Der Unterschied zum Keilriemen liegt im Querschnitt: Weil jede einzelne Rippe klein ist und der tragende Zugstrang dicht unter der flachen Rückseite liegt, ist der Riemen deutlich biegsamer. Daraus folgen die typischen Einsatzfälle — kleine Scheibendurchmesser, hohe Riemengeschwindigkeiten, Rückenlauf über Umlenkrollen, viele Nebenaggregate an einem einzigen Strang.
Praktisch heißt das: Hausgeräte- und Kleinantriebe, Nebenaggregate im Fahrzeugbau und kompakte Industrieantriebe, bei denen ein Keilriemen wegen des Mindest-Scheibendurchmessers nicht mehr unterzubringen wäre. Im Herstellerprogramm ist das Rippenriemensortiment deutlich schmaler als das Keilriemenprogramm; der Schwerpunkt liegt im Fahrzeug- und Gerätebereich.
Das Profil ist die Rippenteilung
Anders als bei Keilriemen, wo das Profil über Oberbreite und Höhe des Trapezquerschnitts definiert ist, wird das Rippenriemenprofil über den Abstand zweier benachbarter Rippenspitzen beschrieben. Fünf Standardprofile decken den Bereich ab:
Rippenteilung der Standardprofile
Die zulässige Riemengeschwindigkeit fällt mit gröberem Profil: Für PH und PJ nennt der Katalog rund 60 m/s, für PK 50 m/s, für PL 40 m/s und für PM 35 m/s. Der Zusammenhang ist derselbe wie bei der Mindestscheibe — je feiner die Teilung, desto kleiner die Biegewechselbeanspruchung im Rippenfuß.
Bezeichnung: Profil, Länge, Rippenzahl
Ein Rippenriemen ist erst mit drei Angaben eindeutig bestimmt. Der Katalogeintrag führt Profil und wirksame Länge Lw in Millimetern zusammen — etwa PJ 1016 (Lw = 1016 mm), PK 1200 (Lw = 1200 mm) oder PM 2286 (Lw = 2286 mm). Die dritte Angabe, die Rippenzahl, wird beim Bestellen vorangestellt oder ergänzt; die verbreitete Schreibweise lautet <Rippenzahl> P<Profil> <Länge>, also zum Beispiel 6 PK 1200. Beide Notationen meinen dieselbe Größe: Profil und Länge kommen aus der Längentabelle, die Rippenzahl aus dem Antrieb.
Die tabellierten Längen unterscheiden sich je Profil erheblich. Im Herstellerprogramm reichen die wirksamen Längen bei PH von 698 bis 2155 mm, bei PJ von 280 bis 2489 mm, bei PK von 630 bis 2845 mm, bei PL von 954 bis 6096 mm und bei PM von 2286 bis 15266 mm. Ein PJ-Riemen deckt also den kurzen, ein PM-Riemen den sehr langen Achsabstand ab.
Die Rippenzahl ist der Leistungsparameter: Mehr Rippen bedeuten mehr übertragbare Leistung bei gleicher Teilung und gleicher Länge. Für PL und PM sind im Katalog 2 bis 30 Rippen tabelliert; oberhalb von 30 Rippen wird der Antrieb üblicherweise auf zwei Riemen aufgeteilt, weil die Lastverteilung über die Riemenbreite sonst zu ungleichmäßig wird.
Zuordnung beim Ersatz
Liegt der Altriemen vor, ist die Reihenfolge festgelegt:
- Rippenteilung messen. Nicht einen einzelnen Rippenabstand messen, sondern über mehrere Rippen aufnehmen und teilen — der Messfehler geht dadurch mit ein Zehntel in die Teilung ein. Der Wert wird gegen die Teilungsreihe oben abgeglichen; die Abstände zwischen PH, PJ und PK sind groß genug, dass eine saubere Messung eindeutig ist.
- Rippen zählen. Die Rippenzahl des Ersatzriemens muss der Rillenzahl der Scheibe entsprechen. Ein zu schmaler Riemen läuft zwar, überlastet aber die tragenden Rippen; ein zu breiter läuft mit überstehenden Rippen auf der Scheibenschulter.
- Wirksame Länge Lw bestimmen. Vorzugsweise aus der Aufschrift des Altriemens. Ist sie unleserlich, wird über den Umfang gemessen und der nächstliegenden Kataloglänge zugeordnet.
- Scheibenzustand prüfen. Ausgelaufene Rillenflanken oder eingelaufene Rippenspitzen setzen die Reibfläche herab — dann ist die Scheibe mitzuwechseln.
Elastische Ausführungen (EPH, EPJ, EPK) sowie die für Personenförderanlagen bestimmte Sonderausführung ERB werden nicht über die normale Längentabelle geführt, sondern anwendungsbezogen bzw. auf Anfrage festgelegt.
FAQ
Wie messe ich die Rippenteilung eines Keilrippenriemens richtig?
Legen Sie den Riemen flach und messen Sie den Abstand über mehrere Rippenspitzen — etwa über zehn Rippen — und teilen Sie das Ergebnis durch die Anzahl der Zwischenräume. Der Mittelwert wird anschließend mit der Teilungsreihe PH 1,60 · PJ 2,34 · PK 3,56 · PL 4,70 · PM 9,40 mm verglichen.
Kann ich einen PJ-Riemen durch einen PK-Riemen gleicher Länge ersetzen?
Nein. PJ und PK haben unterschiedliche Rippenteilungen (2,34 mm gegenüber 3,56 mm) und damit unterschiedliche Rillengeometrien in der Scheibe. Ein Profilwechsel erfordert immer auch neue Scheiben; die Länge allein sagt über die Passung nichts aus.
1200">Wofür steht die Zahl in einer Bezeichnung wie PK 1200?
Die Zahl ist die wirksame Länge Lw in Millimetern, hier 1200 mm. Die Rippenzahl steht nicht in dieser Kurzform und wird separat angegeben, üblicherweise vorangestellt als 6 PK 1200.
Welches Profil eignet sich für kleine Scheibendurchmesser?
Je feiner die Teilung, desto kleiner der zulässige Scheibendurchmesser. PH lässt Scheiben ab etwa 13 mm zu, PJ ab etwa 20 mm, PK ab etwa 45 mm. Für sehr enge Bauräume ist deshalb PH oder PJ die Wahl, für schwere Antriebe mit großen Scheiben PL oder PM.
Kurz gefasst
- Der Profilbuchstabe kodiert die Rippenteilung: PH 1,60 · PJ 2,34 · PK 3,56 · PL 4,70 · PM 9,40 mm.
- Eindeutig ist ein Rippenriemen erst mit Profil, wirksamer Länge Lw und Rippenzahl — etwa
6 PK 1200. - Feinere Teilung erlaubt kleinere Scheiben und höhere Riemengeschwindigkeit; gröbere Teilung überträgt mehr Leistung je Rippe.
- Die Rippenzahl ist der Leistungsparameter; oberhalb von 30 Rippen wird der Antrieb auf zwei Riemen aufgeteilt.
- Beim Ersatz gilt: Teilung messen, Rippen zählen, Lw bestimmen, Scheibe prüfen — die Riemenbreite ist kein Zuordnungsmerkmal.
- Zur Profil- und Längenbestimmung bei Keilriemen siehe Keilriemen-Profilwahl und Keilriemen richtig messen. Keilrippenriemen führen wir nicht als Katalogartikel — Profil-, Längen- und Rippenzahlanfragen nehmen wir über das Kontaktformular auf.
