Radiallager
Radial bearing
Radiallager sind Wälzlager, die vorwiegend Kräfte senkrecht zur Wellenachse aufnehmen; ihr Nenndruckwinkel liegt zwischen 0° und 45°. Sie bilden die mit Abstand größte Lagergruppe: Rillenkugellager, Schrägkugellager, Zylinderrollen-, Kegelrollen-, Pendelrollen-, Pendelkugel- und Nadellager zählen dazu. Viele Radiallager tragen zusätzlich begrenzte Axialkräfte — Rillenkugellager über die Laufbahnschmiegung, Schrägkugel- und Kegelrollenlager konstruktionsbedingt in einer Richtung.
Die Bauartenwahl richtet sich nach Last und Randbedingungen: Reine Radiallast bei hoher Drehzahl spricht für Rillenkugellager, hohe Radiallast für Zylinderrollenlager, kombinierte Last für Kegelrollen- oder Schrägkugellager, Fluchtungsfehler für Pendellager, knapper radialer Bauraum für Nadellager.
Für die Auslegung nach ISO 281 wird aus Radial- und Axialanteil die äquivalente dynamische Lagerbelastung gebildet und der dynamischen Tragzahl gegenübergestellt. Neben der Tragfähigkeit sind Lagerluft, Passungen und die Aufgabenteilung zwischen Fest- und Loslager die entscheidenden Konstruktionsentscheidungen.
