Gehäuse & Lagereinheiten
Flanschlagergehäuse, Stehlager und einbaufertige Lagereinheiten.
1.678 Artikel in dieser Gruppe
Kurz gesagt
Eine Gehäuse-Lagereinheit ist eine einbaufertige Baugruppe aus Gehäuse, Lagereinsatz und Befestigung — anschraubbar ohne separate Lagerberechnung. Der Einsatz ist meist ein Pendel-Kugellager mit ballig geschliffenem Außenring, der Winkelfehler ausgleicht; die Festlegung auf der Welle erfolgt über Stellschraube, Exzenter- oder Spannring bzw. Spannhülse. Eurobearing führt ein breites Sortiment an Flanschlagern, Stehlagern und Spannlager-Einheiten mit Bohrungen von etwa 10 bis 140 mm — von FYH, INA, SNR, NTN, SKF, NKE und weiteren Herstellern.
Was ist eine Gehäuse-Lagereinheit?
Eine Gehäuse-Lagereinheit (auch Lagereinheit oder gehäuste Einheit) fasst drei Komponenten zu einer betriebsfertigen Baugruppe zusammen: ein Gehäuse aus Grauguss, Stahlblech, Edelstahl oder Kunststoff, einen darin sitzenden Lagereinsatz und die Vorrichtung zur Festlegung auf der Welle. Der Lagereinsatz ist in der Regel ein abgedichtetes, ab Werk befettetes Kugellager mit balligem (kugeligem) Außenring. Diese ballige Außenfläche sitzt in einer passend gefertigten Gehäusebohrung und erlaubt es der Einheit, kleine Wellenschiefstellungen und Montagefehler auszugleichen, ohne dass sich das Lager verspannt.
Der praktische Vorteil liegt in der Montage: Die Einheit wird auf die Welle geschoben, festgelegt und am Maschinenrahmen verschraubt — ein eigenständiger Lagersitz im Gehäuse, eine Passungsberechnung oder ein gesonderter Dichtungsaufbau entfallen. Dadurch eignen sich Lagereinheiten besonders für Förderanlagen, Landmaschinen, Lüfter und allgemeine Antriebstechnik, bei denen schnelle Montage und Toleranz gegenüber rauen Bedingungen wichtiger sind als höchste Drehzahlen oder Präzision.
Aufbau einer Gehäuse-Lagereinheit
Welche Bauformen gibt es?
Die Bauform der Einheit ergibt sich aus dem Gehäuse, nicht aus dem Lagereinsatz. Derselbe Einsatz lässt sich in unterschiedlichen Gehäusen verbauen; gewählt wird nach Einbaulage und Anschraubrichtung.
Gehäusebauform wählen
- Welle senkrecht zur Anschraubfläche?Flanschlager-Einheit — stirnseitige Verschraubung über Flansch (rund, quadratisch oder oval).
- Welle waagerecht, Fußbefestigung?Stehlager (Stehlagergehäuse) — klassische Pillow-Block-Bauform für liegende Wellenstränge.
- Riemen- oder Kettenspannung nachzustellen?Spannlager-Einheit — in einer Führung verschiebbar zum Nachspannen.
Flanschlager-Einheiten werden über einen Flansch an die Stirnseite eines Rahmens geschraubt; je nach Bohrungsbild und Gehäuseform unterscheidet man runde, vier- und dreilochige sowie ovale Flansche. Stehlagergehäuse tragen die Welle in waagerechter Lage und werden über einen Fuß befestigt — die typische Anordnung für längere Wellenstränge in Fördertechnik und Maschinenbau. Spannlager-Einheiten lassen sich in einer Führung verschieben und dienen dem Nachspannen von Riemen oder Ketten.
Wie wird der Lagereinsatz auf der Welle festgelegt?
Die Festlegung auf der Welle bestimmt Montageaufwand und Rundlauf. Die gebräuchlichsten Verfahren reichen von der einfachen Stellschraube bis zur zentrierenden Spannhülse.
Festlegungsarten des Lagereinsatzes
Stellschrauben sind am weitesten verbreitet und genügen für viele Standardanwendungen. Exzenter- und konzentrische Spannringe verbessern Sitz und Rundlauf; Spannhülsen kommen bei kegeliger Lagerbohrung und gehobenen Anforderungen zum Einsatz. Die Festlegungsart ist Teil der Lagerbezeichnung und sollte beim Vergleich zwischen Herstellern beachtet werden.
Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Die Auswahl folgt wenigen Kenngrößen: Der Wellendurchmesser (Bohrung) muss passen, die Bauform zur Einbaulage und Anschraubrichtung, die Festlegungsart zum geforderten Rundlauf und der Gehäusewerkstoff zur Umgebung. Im Eurobearing-Sortiment reichen die Bohrungen etwa von 10 bis 140 mm.
Wesentliche Auswahlkriterien:
- Bauform: Flanschlager-Einheit (stirnseitige Verschraubung) oder Stehlager (Fußbefestigung, waagerechte Welle); Spannlager-Einheiten zum Nachspannen.
- Festlegung: Stellschraube, Exzenterring, konzentrischer Spannring oder Spannhülse — je nach Montageaufwand und gefordertem Rundlauf.
- Gehäusewerkstoff: Grauguss als robuster Standard, Stahlblech als kostengünstige Leichtbauform, rostfreier Stahl oder Kunststoff für nasse, korrosive oder hygienische Umgebungen (z. B. Lebensmitteltechnik).
- Abdichtung: Der Lagereinsatz ist abgedichtet und ab Werk befettet; viele Einheiten besitzen zusätzliche Schutzkappen oder berührende Dichtungen gegen Schmutz und Spritzwasser.
- Hersteller: Geführt werden u. a. FYH, INA, SNR, NTN, SKF, NKE, ZEN, NSK und FAG. Wird eine Einheit eines anderen Herstellers ersetzt, gelten Austauschtypen hinsichtlich Maß, Funktion und Einbaulage gleichwertig; Schmierung und Lagerluft für kritische Anwendungen prüfen.
Tragen Sie Wellendurchmesser, Bauform oder die Lagerbezeichnung in die Filter des Katalogs ein. Zur Entschlüsselung von Kürzeln wie UCP, UCF oder F205 hilft der Ratgeber zu Gehäuselager-Codes. Den Lagereinsatz selbst behandelt der Ratgeber zum Rillenkugellager.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Flanschlager und Stehlager?
Beide Bauformen unterscheiden sich durch das Gehäuse und die Anschraubrichtung. Ein Flanschlager wird über einen Flansch an die Stirnseite eines Rahmens geschraubt; die Welle steht dabei senkrecht zur Anschraubfläche. Ein Stehlager (Stehlagergehäuse) wird über einen Fuß auf eine waagerechte Fläche montiert und trägt die Welle in liegender Lage. Der Lagereinsatz im Inneren kann in beiden Fällen derselbe sein — nur die Befestigung am Maschinenrahmen ändert sich.
Muss ich für eine Gehäuse-Lagereinheit eine Passung berechnen?
Nein. Der Lagereinsatz sitzt mit balligem Außenring im passend gefertigten Gehäuse, und die Festlegung auf der Welle erfolgt über Stellschraube, Spannring oder Spannhülse — ein separater Lagersitz und eine Passungsberechnung wie beim einzeln eingebauten Wälzlager entfallen. Maßgeblich ist, dass der Wellendurchmesser zur angegebenen Bohrung der Einheit passt. Genau diese einbaufertige Auslegung ist der Hauptvorteil gehäuster Einheiten.
Lässt sich nur der Lagereinsatz tauschen, ohne das Gehäuse zu erneuern?
In vielen Fällen ja. Bei Herstellern wie FYH und INA tragen Gehäuse und Einsatz getrennte Bezeichnungen — etwa Gehäuse P205 und Einsatz UC205 in der Einheit UCP205. Ist nur der Einsatz verschlissen, kann er als Ersatzteil bezogen und getauscht werden, sofern das Gehäuse unbeschädigt ist. Bei verschlissener oder verschmutzter Gehäusebohrung empfiehlt sich der Austausch der kompletten Einheit.
Welche Hersteller und Werkstoffe führt Eurobearing bei Lagereinheiten?
Geführt werden Gehäuse-Lagereinheiten unter anderem von FYH, INA, SNR, NTN, SKF, NKE, ZEN, NSK und FAG. Die Gehäuse gibt es in Grauguss als robustem Standard, in Stahlblech als kostengünstiger Leichtbauform sowie in rostfreiem Stahl oder Kunststoff für nasse, korrosive oder hygienische Umgebungen. Das Sortiment deckt Wellendurchmesser von etwa 10 bis 140 mm ab.
Kurz gefasst
- Eine Gehäuse-Lagereinheit ist eine einbaufertige Baugruppe aus Gehäuse, abgedichtetem Lagereinsatz und Wellenfestlegung — anschraubbar ohne separate Passungsberechnung.
- Der ballige Außenring des Einsatzes gleicht Winkelfehler und Montageungenauigkeiten aus.
- Bauformen: Flanschlager-Einheit (stirnseitig), Stehlager (Fußbefestigung) und Spannlager-Einheit (zum Nachspannen).
- Festlegung über Stellschraube, Exzenterring, konzentrischen Spannring oder Spannhülse; Gehäuse aus Grauguss, Stahlblech, Edelstahl oder Kunststoff.
- Eurobearing führt ein breites Sortiment von FYH, INA, SNR, NTN, SKF, NKE u. a. mit Bohrungen von etwa 10 bis 140 mm; zur Bezeichnung hilft der Ratgeber zu Gehäuselager-Codes.
Keine Artikel für diese Filter.
Bitte Filter anpassen oder zurücksetzen.
