Lauf- & Spannrollen
Stütz-, Kurven- & Laufrollen sowie Spann- und Kettenspannräder.
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Kurz gesagt
Lauf- und Spannrollen sind Wälzlager mit besonders dickwandigem, oft balligem Außenring, der unmittelbar auf einer Laufbahn, einer Kurvenscheibe oder einem Gegenstück abrollt — das Lager ist hier selbst das Laufrad. Eurobearing führt die gesamte Familie: Kurvenrollen, Stützrollen, Laufrollen, Ketten- und Riemenspannräder sowie Zapfenlaufrollen — als Bolzentyp (mit Gewindezapfen) oder Innenringtyp (für Wellen-/Bolzenmontage), mit oder ohne berührende Dichtung, von INA, NTN, NKE, SKF, ZEN und NADELLA. Einzelne Unter-Bauformen sind bewusst spezialisiert und entsprechend schmal bevorratet.
Was sind Lauf- und Spannrollen?
Lauf- und Spannrollen unterscheiden sich von klassischen Wälzlagern durch ihre Funktion: Der Außenring läuft direkt auf einer Gegenfläche ab und überträgt dabei die Last. Damit der Außenring die Flächenpressung ohne stützendes Gehäuse erträgt, ist er deutlich dicker ausgeführt als bei einem Rillenkugel- oder Nadellager. Innen rollen je nach Bauform Nadeln oder Kugeln; abgedichtete Ausführungen sind ab Werk befettet.
Zwei Montagekonzepte prägen die Familie. Beim Bolzentyp ist ein Gewindezapfen angeformt, mit dem die Rolle direkt in eine Konsole geschraubt wird (typisch bei Kurvenrollen, z. B. der INA-Reihe KR und KRV). Beim Innenringtyp (auch Jochtyp) sitzt die Rolle auf einem Bolzen oder einer Welle, die durch die Bohrung geführt wird — so arbeiten Stützrollen wie die Reihen RSTO, STO und NA22.. sowie die meisten Laufrollen. Die konstruktiven Hintergründe — Lastübertragung über den Außenring, ballige gegenüber zylindrischer Mantelfläche, zulässige Kantenpressung — vertieft der Ratgeber zu Lauf- und Spannrollen.
Welche Bauformen gehören zur Familie?
Das Sortiment gliedert sich in sechs Unter-Bauformen mit unterschiedlicher Aufgabe und Bevorratungstiefe:
- Kurvenrollen — Bolzentyp mit Gewindezapfen, für Kurven- und Nockensteuerungen sowie Förderbahnen; breit bevorratet, u. a. von INA, NTN, NKE, SKF und ZEN.
- Stützrollen — Innenringtyp ohne Zapfen, für Abstützung auf Wellen oder Bolzen; ebenfalls breit geführt (INA RSTO/STO, NTN und NKE der Reihen RNA22.., RSTO).
- Laufrollen — kugel- oder nadelgelagerte Laufräder, häufig mit balligem oder zylindrischem Mantel (z. B. INA LR/LFR, SKF 305.., NADELLA, NKE, ZEN).
- Kettenspannräder — verzahnte Spannräder für Kettentriebe; spezialisiert und nur in kleiner Auswahl bevorratet (u. a. INA KSR).
- Riemenspannrollen — glatte Spannrollen für Riementriebe; sehr schmales Programm (Einzelstücke, INA).
- Zapfenlaufrollen — Laufrollen mit angeformtem Zapfen; ebenfalls nur in kleiner Auswahl geführt (INA ZL/KR).
Mantelform des Außenrings
Wie wählt man die passende Rolle aus?
Die Auswahl richtet sich nach der Einbausituation. Zuerst entscheidet das Montagekonzept — Bolzentyp (Gewindezapfen) oder Innenringtyp (Bohrung für Welle/Bolzen). Danach folgen die Mantelform (ballig oder zylindrisch) sowie die Abdichtung: offen, abgedeckt oder mit berührender Dichtung, je nach Verschmutzungsgrad und Drehzahl. Die Hauptmaße — Bohrung bzw. Zapfendurchmesser, Außendurchmesser und Breite — müssen zur Konsole und zur Laufbahn passen; im Sortiment reichen die Stützrollen von etwa 7 mm bis rund 58 mm Bohrung.
Wird eine Rolle eines anderen Herstellers ersetzt, gelten Austauschtypen hinsichtlich Maß, Funktion und Einbaulage als gleichwertig; Mantelform (ballig/zylindrisch), Abdichtung und zulässige Last für kritische Anwendungen prüfen. Zur Entschlüsselung von Reihen- und Dichtungssuffixen hilft der Ratgeber Lagerbezeichnungen lesen; verwandte Bauformen finden sich unter Rollenlager und Kugellager. Maße oder Lagerbezeichnung lassen sich direkt in die Filter des Katalogs unten eingeben.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Bolzentyp und Innenringtyp?
Beim Bolzentyp ist an die Rolle ein Gewindezapfen angeformt, mit dem sie direkt in eine Konsole oder ein Joch geschraubt wird — typisch für Kurvenrollen wie die INA-Reihe KR. Beim Innenringtyp (Jochtyp) besitzt die Rolle eine durchgehende Bohrung und sitzt auf einem separaten Bolzen oder einer Welle; so werden die meisten Stützrollen und Laufrollen montiert. Die Wahl hängt von der vorhandenen Konstruktion ab.
Wann wird ein balliger Außenring gegenüber einem zylindrischen gewählt?
Ein balliger (gewölbter) Außenring verzeiht eine leichte Schrägstellung zwischen Rolle und Laufbahn und mindert Kantenpressung an den Rändern; er eignet sich für Bahnen, die nicht exakt fluchten. Ein zylindrischer Mantel bietet die volle Auflagebreite und damit eine höhere Tragfähigkeit, setzt aber eine exakt ausgerichtete, ebene Laufbahn voraus.
Welche Hersteller und Bauformen führt Eurobearing bei Lauf- und Spannrollen?
Geführt werden Kurvenrollen, Stützrollen, Laufrollen, Ketten- und Riemenspannräder sowie Zapfenlaufrollen, unter anderem von INA, NTN, NKE, SKF, ZEN und NADELLA. Kurven-, Stütz- und Laufrollen sind breit bevorratet, während Kettenspannräder, Riemenspannrollen und Zapfenlaufrollen bewusst spezialisiert und entsprechend in kleiner Auswahl verfügbar sind.
Sind Lauf- und Spannrollen abgedichtet und befettet?
Viele Lauf- und Spannrollen sind beidseitig mit einer berührenden Dichtung (je nach Hersteller z. B. Suffix 2RS oder 2RSR) ausgeführt und ab Werk befettet, sodass keine Nachschmierung nötig ist. Daneben gibt es abgedeckte und offene Ausführungen. Die genaue Dichtungsbezeichnung unterscheidet sich je nach Hersteller und ist im Katalog je Artikel angegeben.
Kurz gefasst
- Lauf- und Spannrollen sind Wälzlager mit dickwandigem Außenring, der direkt auf einer Laufbahn oder Kurvenscheibe abrollt — das Lager ist selbst das Laufrad.
- Die Familie umfasst Kurvenrollen, Stützrollen, Laufrollen, Ketten- und Riemenspannräder sowie Zapfenlaufrollen.
- Zwei Montagekonzepte: Bolzentyp (mit Gewindezapfen) und Innenringtyp (für Wellen-/Bolzenmontage); Außenring ballig oder zylindrisch.
- Geführt u. a. von INA, NTN, NKE, SKF, ZEN und NADELLA; Kurven-, Stütz- und Laufrollen breit, Spann-/Kettenräder und Zapfenlaufrollen schmal bevorratet.
- Bezeichnungen sind herstellerabhängig; im Zweifel den Ratgeber Lagerbezeichnungen lesen oder den Ratgeber nutzen.
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